
A.R.
Penck

A.R. Penck und der BMW Z1 – Zeichen einer archaischen Sprache
1991 wurde Penck eingeladen, einen BMW Z1 zu gestalten – denselben innovativen Roadster, der ein Jahr zuvor schon von César Manrique bemalt wurde. Im Gegensatz zu Manriques naturverbundener Farbwelt näherte sich Penck dem Auto als symbolischer Träger von Sprache und Information.
Er überzog die Karosserie mit simplifizierten Figuren, Pfeilen, Strichen und geometrischen Mustern – eine Art visuelles Vokabular, das sich über die Oberfläche des Fahrzeugs zieht. Die Farben sind kräftig: Rot, Schwarz, Blau, Gelb, Weiß – kontrastreich und energisch. Der Wagen wirkt wie ein rollendes Wandbild, das Botschaften trägt, aber keine eindeutige Lesbarkeit bietet – ganz im Sinne von Pencks Idee eines offenen, universellen Zeichensystems.
Penck selbst sagte, das Auto sei für ihn ein „Symbol des Fortschritts und der Mobilität“, und seine Gestaltung solle das Zusammenspiel von Technik und menschlicher Ausdruckskraft zeigen. Mit seinem BMW Z1 schuf er eine Verbindung von archaischer Bildsprache und moderner Technik, zwischen Vergangenheit und Zukunft, Emotion und Rationalität.
Der Wagen wurde nicht für den Rennsport eingesetzt, sondern als Kunstobjekt und kulturelles Statement konzipiert – ein Werk, das mit Fragen von Kommunikation, Identität und technischer Zivilisation spielt.
