
Frank
Stella

Frank Stella und der BMW 3.0 CSL – Präzision trifft Geschwindigkeit
1976 wurde Stella eingeladen, den zweiten BMW Art Car zu gestalten – ebenfalls einen BMW 3.0 CSL, das gleiche Modell, das bereits ein Jahr zuvor von Alexander Calder interpretiert wurde. Im Gegensatz zu Calders farbenfroher, organisch-dynamischer Gestaltung entschied sich Stella für ein streng geometrisches Konzept. Er entwarf ein feinmaschiges, schwarz-weißes Rastermuster, das wie technisches Millimeterpapier wirkt – eine direkte Anspielung auf Ingenieurszeichnungen und präzise Planung.
Die Linien auf der Karosserie scheinen die Form des Fahrzeugs zu analysieren und zu vermessen, fast so, als sei das Auto selbst ein Konstruktionsplan. Dadurch entsteht eine interessante Spannung zwischen der technischen Perfektion der Maschine und der künstlerischen Reflexion darüber. Stellas Ansatz macht den BMW 3.0 CSL zu einem fahrenden Kunstwerk, das nicht durch Farbe, sondern durch konzeptionelle Strenge beeindruckt.
Das Fahrzeug wurde zwar nie bei einem offiziellen Rennen eingesetzt, ist aber ein bedeutendes Beispiel für die Verbindung von konzeptueller Kunst und Automobildesign. Stella, der selbst ein Motorsportfan war, hatte übrigens einen engen Bezug zum Projekt – der Wagen wurde ursprünglich für seinen Freund, den Rennfahrer Peter Gregg, gestaltet.
Mit seinem BMW 3.0 CSL von 1976 schuf Frank Stella ein Kunstwerk, das Rationalität, Geschwindigkeit und Struktur in einem einzigartigen ästhetischen Objekt vereint – ein Meilenstein in der Geschichte der BMW Art Cars.
